Wie kam der Badmintonsport ins Zürcher Oberland?
Aus der Geschichte des BC Grüningen-Rüti
Die Anfänge in Asien
Rückschlagspiele, die dem heutigen Badminton ähnlich sind, gab es bereits vor über 2000 Jahren; dies beweisen unter anderem Höhlenmalereien, die in Indien gefunden wurden.
Auch bei den alten Griechen, den Azteken und Inkas waren Feder-Ball Spiele bekannt. In Europa wurde in Zeiten des Barocks (1600 – 1730) vom französischen und englischen Hofadel das «Jeu du Volant» oder «Battledore and Shuttlecock» zur beliebten Freizeitbeschäftigung im Freien.
Erste Wettkämpfe in England – englische Masse und Regeln
Das heutige Spiel verdankt seinen Namen dem Duke (Herzog) von Beaufort. Auf dessen Landsitz «Badminton House» wurde 1872 das Spiel, das unter dem Namen «Poona» (nach der indischen Stadt Pune benannt) bekannt war und sich bei ausländischen Offizieren in Britisch-Indien grosser Beliebtheit erfreute, in England gespielt.
1899 fanden die ersten All England Championships statt, die heute für unsere Sportart den gleichen Stellenwert haben wie Wimbledon für die Tennisfreunde.
Der erste Badmintonclub: Erster Zürcher BC – Die 50er-Jahre
Einige Überseeschweizer, die aufgrund des 1. Weltkrieges zur Rückkehr in die Schweiz gezwungen waren, wollten nicht auf koloniale sportliche Vergnügungen verzichten. Dazu gehörte auch das Badmintonspiel. Sie gründeten 1919 den ersten Badmintonclub der Schweiz, den Ersten Zürcher Badmintonclub. Dieser existiert bis heute.
Mitte der 1920er Jahre breitete sich der organisierte Badmintonsport vermehrt auch in Nordeuropa, Frankreich, Australien und Nordamerika aus, so dass im Juli 1934 der Badminton Weltverband BWF gegründet wurde. Derzeit sind 196 Nationen, darunter auch die Schweiz, Mitglied der BWF. Geschätzt spielen mehr als 220 Millionen Menschen weltweit regelmässig Badminton. Vor allem in den asiatischen Hochburgen wie China, Indonesien, Japan und Indien, aber auch in England und Dänemark geniesst Badminton enorme Popularität.
In der Zeit nach den Kriegen, der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs der 1950-er Jahre, einer Zeit wo die jungen Leute wieder frei reisen konnten, wurde auch im schweizerischen Badmintonsport viel Neues geschaffen. Vereine, Verbände und Turniere wurden gegründet. 1951 wurden erste inoffizielle Interclub Spiele durchgeführt. Am 16. Mai 1954 wurde der Schweizer Badminton Verband (heute: Swiss Badminton) mit acht Clubs gegründet.
1955 fand die erste offizielle Interclub Saison mit Herren-Mannschaften statt. Im selben Jahr wurden die ersten internationalen Meisterschaften (später Swiss Open) mit Spielern aus Deutschland, Belgien, Frankreich und der Schweiz in Lausanne ausgetragen.
1956 wurden die vier besten Spieler der Welt eingeladen, um in neun Schweizer Städten Demonstrationsevents zu spielen. Die Promo-Tour mit den asiatischen Top-Spielern, die 15 Tage dauerte, wurde ein voller Erfolg. Im gleichen Jahr wurden in der Schweiz 50'000 Racket-Verkäufe verzeichnet.
So nahm Badminton in den 50er Jahren an Fahrt auf. In der Stadt Zürich gab es bald mehrere Badminton Clubs, so wurde auch 1955 der BC Vital in Schwamendingen in einem Coiffeursalon als «Plausch Club» gegründet. Der BC Vital existiert heute noch als Teil des BC Irchel.
Grüningen: Der erste Badminton Club im Zürcher Oberland entsteht
Ein Mitglied (und Präsident) des BC Vital war Hansruedi Rota (*1934 – 1985). Die Familie Rota zog 1967 von Zürich nach Grüningen. H. Rota pendelte fortan regelmässig nach Schwamendingen, um weiterhin Badminton spielen zu können. Dann kam der Neubau des Schulhauses Aussergass mit Turnhalle im Jahre 1972/73: Es gelang, bei diesem Neustart dafür zu sorgen, dass auch für Badminton zwei Abende zur Verfügung standen. Nun stand der Gründung eines Badmintonclubs im Oberland nicht mehr viel im Wege. Sozusagen mit der Eröffnung der neuen Halle wurde im Jahre 1973 der erste Badmintonclub im Zürcher Oberland gegründet, der Badmintonclub Grüningen.
Das erste noch vorhandene Dokument / Protokoll einer Gründungsversammlung ist handgeschrieben und stammt aus dem Jahre 1973.
Die erste Halle Aussergass in Grüningen mit nur zwei Badmintonfeldern.
1974 |
Bezug der neuerstellten Turnhalle Aussergass. |
30. Sept. 1974 |
Erste Mitgliederbesprechung / Bestimmung der Beiträge / Zusammenstellung des ersten Vorstandes. |
Sommer 1974 | Aufnahme des Spielbetriebes in einer Halle ohne Badminton-Markierungen. Diese folgen Dank einem Beitrag von Sport-Toto etwas später. |
Sommer 1974 |
Der BCG ist der erste Verein in Grüningen, der Gebühren für die Hallenbenutzung bezahlen muss. Nach der Reklamation des BCG müssen nun alle Vereine Gebühren bezahlen… |
1975 | Teilnehmerdokument der ersten Generalversammlung |
Febr.1975 |
Erste Generalversammlung: Aufnahme von 2 Kandidaten und Wahl des noch fehlenden Spielleiters (heute techn. Leiter). |
März 1975 |
Aufnahme des BCG in den Regionalverband BVRZ und den Schweiz. Badminton-Verband SBV (heute Swiss Badminton). |
22. Sept. 1975 |
Erstes Interclubspiel (Heimspiel) gegen BC-Birr: Resultat ist ein 5:2 Sieg. Zuschauer aus den Grüninger Behörden. |
Fussball |
Der Badmintonclub stellt eine Fussball-Mannschaft und wird Gewinner des dorfeigenen Grümpelturniers! |
1975 |
Kassenbestand Fr. 481.- Grosse Ausgabenposten sind vor allem der Postversand von Einladungen und Aufgeboten für Interclubspiele, alles mit Briefpost, noch ohne Mail. |
März 1976 |
Saalsporthalle Zürich: Freundschaftsspiel Schweiz – VR China, organisiert durch den Verband: Jeder Verein muss mindestens 20 Eintritts-Karten zu Fr. 6.60 kaufen! |
1976 |
An der zweiten GV werden acht neue Mitglieder aufgenommen. |
Mai 1977 |
Der BCG organisiert in Grüningen ein erstes Regional-Turnier für D2-klassierte Spieler /innen. |
Oktober 1977 |
Das erste Zürcher Oberland-Turnier findet statt; In den Hallen des Schulhauses Walenbach in Wetzikon. Organisatoren sind Traugott und Esther Wapp, zusammen mit dem Vorstand des BCG. |
Nachtarbeit! |
Die fehlenden Badminton-Felder müssen am Vorabend vom Vorstand (OK) von Hand ausgemessen, mit Schlagschnur markiert und mit 4cm-Klebeband aufgeklebt werden! Die Teilnehmerzahl und die Buffet-Einnahmen übersteigen die Erwartungen: 89 Anmeldungen! |
1977 |
Der BCG erhält von der Gemeinde zwei Wappenscheiben, die für den Aushang der Clubmeisterschaften im Rest. Freihof verwendet werden. |
1976 bis 1992 |
Erste Glubmeister: Gravurentafel der Herren. |
1976 bis 1992 |
Erste Clubmeisterinnen: Gravurentafel der Damen. |
Oktober 1978 |
Das ZO-Turnier findet zum zweiten Mal statt: 162 Teilnehmer/innen. Die Clubkasse freuts; es wird ein Sparheft bei der ZKB angelegt. |
1978 |
Badminton wird bei Jugend und Sport (J&S) aufgenommen. Markus Bähler besucht den ersten J&S-Leiterkurs im Zürcher Sportzentrum Kerenzerberg. |
Ab 1979 |
In Grüningen wird nun im Rahmen von J&S bis heute eine Juniorengruppe trainiert. |
1980 |
Die Schweizer Sportlehrerin Liselotte Blumer wird Europameisterin im Badminton. Anstieg der Mitgliederzahlen in den Clubs. |
1980 |
Schülerinnen der Kantonsschule fragen nach Badminton-Spielmöglichkeiten in Wetzikon. Gründung eines ersten Badmintonclubs in Wetzikon KZO durch Toni Jörg (Sportlehrer) und Markus Bähler. |
1981 |
Aufnahme von sieben Mitgliedern. Anschaffung der ersten Club-Leibchen. Infolge Damenmangel kann für die Interclubmeisterschaft nur eine Mannschaft in der 2. Liga gemeldet werden: |
1982 |
Gemeinsames Ski-Wochenende in Gommiswald. Der BCG zählt nun 22 Aktiv-Mitglieder. Die Halle ist mit zwei Feldern eher zu klein. |
1983 |
In der Halle Walenbach Wetzikon findet das 7. Regionale ZO-Turnier statt und die Badmintonmarkierungen müssen immer noch geklebt werden! |
1984 |
Ski-Wochenende in Elm Schabell mit 20 Teilnehmenden. Jubiläum (10 Jahre) des BCG im Rest. Alpenblick Bäretswil. Hansruedi Rota erkrankt. Spitalaufenthalt. |
1985 |
Hinschied unseres Gründungspräsidenten Hansruedi Rota mit erst 52 Jahren. Urs Christen (Vizepräsident) übernimmt das Amt. Aufregung um den BC Uster-Greifensee, welcher auch im Herbst ein Turnier anbietet. |
1986 |
Der BCG bekommt wieder Schwung: Aufnahme von 12 neuen Aktivmitgliedern. |
1987 |
Das ZO-Turnier wird erstmals in den Hallen der Kantonsschule durchgeführt. In allen Hallen sind Badmintonfelder markiert. In Dürnten scheitert ein Versuch, aus einer Tennishalle eine Badmintonhalle zu realisieren. BCG mit 29 Mitgliedern. |
1989 |
Trainingswochenende in Meiringen, unter anderem mit Trainer Werner Kuster. Spielniveau 3. Liga erreicht. |
1990 |
Neue Spielmöglichkeit in der Dreifachhalle Rüti Die Halle in Grüningen ist zu klein; mit zwei Feldern wird es schwierig, allen genügend Spiele anzubieten. Der BCG hat bei der Hallensuche Erfolg: Auf Anfrage beim Rektor der Berufsschule bekommen wir am Mittwoch zwei der drei Hallenteile. |
1990 |
Markus Bähler leitet vier Grundkurse für die Vergrösserung der Clubbasis, um der neuen Halle gerecht zu werden. Auf die erste Ausschreibung melden sich 80 Interessentinnen und Interessenten.Viele müssen auf den zweiten, dritten oder vierten Kurs vertröstet werden. |
1991 |
Badminton wird olympische Sportart. |
1991 |
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1991 |
Der Badmintonclub erhält auch noch den dritten Hallenteil in Rüti ab 20 Uhr. So ist es möglich, nebst Trainings auch IC-Spiele gleichzeitig durchzuführen. Abstieg in die vierte Liga, immerhin auf dem ersten Platz. |
1992 |
Erscheinung der ersten Clubzeitung / natürlich noch in Papierform. |
Ab 1993 |
Einrichtung eines regelmässigen Juniorentrainings in Rüti. Die erste Mannschaft spielt in der 2. Liga. |
1993 |
Erste Juniorenfotos in Rüti: |
1993 |
Nebst dem ZO-Turnier auch Durchführung des Turnier 2000 in Rüti mit 110 teilnehmenden Juniorinnen und Junioren. Der Trainingsbesuch konzentriert sich auf den Montag und den Mittwoch. Das Freitagstraining in Grüningen ist schwach besucht. Eine Diskussion um die Weiterführung findet statt. |
1994 |
Der BCG hat dank der Grundkurse inzwischen 53 Aktivmitglieder. 19 Neuaufnahmen. Die 2. Mannschaft steigt in die 3. Liga auf. Die Erste spielt in der 2. Liga. Das Vermögen ist auf über Fr. 8000.- angewachsen, nicht zuletzt dank der Buffeterträge bei den Turnieren. |
1995 |
Der BCG hat nun mehrere eigene ausgebildete J&S-Leiter, die sich aufteilen können: Markus Bähler (Leiter 3) / Boris Fae (Centerleiter), Jörg Schmid (Leiter 1), Hanspeter Schnetzler (Leiter 1). |
1995 |
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1996 |
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1997 |
Eine Umfrage ergibt, dass der Freitagabend als dritter Trainingsabend nicht mehr beliebt ist. Streichung? |
1999 |
Der Club feiert das 25-jährige Jubiläum in Rüti. |
2000 / 2001 |
Die Juniorenzahl verringert sich nach vorübergehendem Trainerwechsel in Rüti stark. |
2003 |
Juniorenzahl nimmt wieder auf 22 zu, nachdem die Phase mit den Ersatztrainern vorbei ist. |
2005/ 2006 |
Je ein tolles Junioren-Trainingswochenende in Filzbach, organisiert von Paul Friedli und Markus Bähler. |
2005/2006 |
Je ein Trainingswochenende der Aktiven in Morschach, Trainer Charles Moret. |
2006 |
Namensänderung unseres Vereins in BC Grüningen-Rüti. |
2007 |
Kurt Aschwanden und Markus Bähler werden auf Antrag des Vorstandes zu Ehrenmitgliedern gewählt. |
2007 |
Das ZO- Turnier wird nicht mehr in der Kanti-Halle sondern ab diesem Jahr in den Hallen der Berufsschule Wetzikon durchgeführt. |
2008 |
Die erste Mannschaft steigt in die 2 Liga auf. Trainingswochenende der Junioren in Filzbach. |
2012 |
Hinschied von Heinz Gasser. |
2013 |
Hinschiede von Oliver Schmitt und Bruno Rüegg. |
2014 |
Hinschied von Rolf Vogler, Juniorentainer. |
2018 – 2020 |
Neubau der Halle Aussergass in Grüningen. Im Provisorium (Ballonhalle) finden weiterhin das Junioren-Training und das Aktiven-Training statt. |
2020 |
Artikel in der Grüninger Post: Die Wiegen des Oberländer Badminton |
2020 |
Einweihung und Bezug der neuen Doppelhalle in Grüningen mit vier resp. sechs Doppelfeldern für Badminton. |
2021 |
Artikel im Rütner / Dürntner: Neuer Juniorentrainer beim Badminton in Rüti |
2021 |
Die neue Halle in Grüningen motiviert: Die Anzahl der Junioren und der Aktiven im Montagstraining nimmt wieder zu. |
2021 |
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Ab 2021 |
Es werden auch entschädigte Trainer für diverse Trainingsblöcke eingesetzt. Neue Trainer in Rüti und Grüningen. |
2022 |
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2024 |
Christoph Sigrist, unser abtretender langjähriger Präsident, wird Ehrenmitglied |
Juni 2024, M. Bähler